HERGERSDORF - Rudolf Lochow ist seit über 25 Jahren erster Vorsitzender des TTC Hergersdorf, zu dem er ein besonderes Verhältnis hat.

Dass das Rentnerdasein nicht unbedingt eine langweilige Zeit sein muss, ist hinlänglich bekannt. Viele Rentner sind permanent unterwegs und erleben somit viel. Auch Rudolf Lochow erlebt viel. „Die nächste Woche bin ich total ausgebucht“, sagt Lochow und blickt in seinen Terminkalender. Rudolf Lochow ist in der Region kein Unbekannter und besonders stark mit seinem Heimatort Hergersdorf und dem Tischtennissport vor Ort verbunden. Bei der Jahreshauptversammlung „seines“ TTC Hergersdorf wurde er kürzlich für 600 Einsätze ausgezeichnet.

Rudolf Lochow war in der Jugendzeit über den Nachwuchsfußball beim TSV Wallenrod zum Sport gekommen. Seine Seniorenzeit verbrachte er beim SV Hopfgarten, ehe er in den 1980ern mit rund 30 Jahren seine Karriere beendete. Der Einstieg in den Tischtennissport war für den an vielen Sportarten interessierten Lochow schnell beschlossene Sache. Im Jahr 1970 wurde in Hergersdorf ein Tischtennisverein gegründet – und Lochow war von Anfang an dabei. Zunächst war er als Schriftführer aktiv, später engagierte er sich als Sportwart. Seit mehr als 25 Jahren fungiert er ununterbrochen als erster Vorsitzender des Vereins. Die Position übernahm er von Karl Worm, dem langjährigen Vorsitzenden des Vereins. Lochow bezeichnet den TTC als ein Stück seines Lebenswerkes. „Ich sehe dabei den TTC nicht nur als Sportverein, in dem ich meine Heimat gefunden habe, sondern sehe ihn auch als Kulturträger des Ortes“, sagt Lochow und fügt hinzu: „Wir veranstalten Preisskat, alle zwei Jahre ein Faschingsfest, ein Dorffest mit Laternenumzug für die Kinder und haben weitere Aktivitäten in unserem Programm, damit die Gemeinschaft funktioniert.“ Dafür bedarf es freilich einer engagierten Bevölkerung. In dieser Hinsicht sieht Lochow immer mehr Schwierigkeiten auf den TTC zukommen. „Eine vereinseigene Halle zu führen, ist heutzutage nicht mehr ganz so einfach. Es müssen Einnahmen fließen, sodass man ständig Veranstaltungen durchführen muss. Das Problem ist, dass es immer weniger Helfer gibt", berichtet Lochow.

Als Vorruheständler vergeht eigentlich kaum ein Tag, an dem er nicht in der Hergersdorfer Tischtennishalle aufkreuzt. „Es stehen immer wieder Arbeiten und Tätigkeiten an“, begründet der 63-Jährige, der seit 2011 Rentner ist, sein Engagement. Für die Zukunft sieht Lochow den Verein gut aufgestellt, weil sich im Nachwuchsbereich neue Perspektiven ergeben. Bis zu acht Kinder werden derzeit von Jens Etling an das Spiel mit dem kleinen Zelluloidball herangeführt. Obwohl er mit Herz, Leib und Seele seinem Ehrenamt nachgeht, hat sich Lochow noch nicht entschieden, ob er nach den nächsten Vorstandswahlen weiterhin im Vorstand sein möchte. „Ich muss natürlich rechtzeitig den Absprung schaffen und einen Nachfolger einarbeiten.“

Lochow ist nicht nur bei seinem Heimatverein, sondern auch beim Verband aktiv. So wurde er 2012 als neuer Kassenwart des Tischtenniskreises in den Vorstand gewählt und ist für die Finanzen verantwortlich. Für seine langjährigen Tätigkeiten erhielt Lochow diverse sportliche Auszeichnungen vom Hessischen Tischtennisverband. Im Jahr 2010 erhielt er als Anerkennung die Ehrennadel des Verbandes in Bronze für langjährige Führungstätigkeiten im Verein.

Lochow ist nicht nur begeisterter Sportfan, sondern auch Hobbykoch. Wenn er die Küchenschürze überzieht, gibt es keine Brat- oder Currywurst, sondern ein Drei- oder Vier-Gänge-Menü. Auch der Gartenarbeit widmet sich Lochow gern. „Alles, was bei uns im Garten wächst, kommt in die Küche und wird verarbeitet", erzählt Lochow. Seit 2002 sitzt er überdies im Vorstand der Kirchengemeinde Hopfgarten und hat das Amt des Kollekten Rechners inne. Rudolf Lochow macht das alles sehr gerne, aber über allem steht der TTC Hergersdorf. „Ich bin in dem Verein Mädchen für alles, ein Arbeitstier und ein Macher", sagt Lochow.